Wie im Märchen …

10. Dezember 2019
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… mutete die zauberhafte Atmosphäre an, die die Besucher des Weihnachtskonzertes von Sopranist Oswald Musielski am ersten Adventssonntag in der katholischen Heilig-Geist-Kirche in Treysa empfing.

Vor einem grazilen Lichtervorhang, umgeben von festlichen Blumengestecken, tummelten sich gleich drei ansehnliche Gesellen, die Oswald Musielskis Konzertthema verkörperten: „Der Nussknacker“.

Viele Legenden ranken sich um diese zuweilen als ein wenig „bärbeißig“ empfundenen hölzernen Wesen mit der großen Klappe, die stets zur Weihnachtszeit ihren großen Auftritt haben.

In Literatur, Film und Musik vielfach thematisiert, stimmten sie die Konzertgäste im Treysaer Gotteshaus visuell – und mit Tschaikowskis „Nussknacker-Marsch“ sowie dem „Tanz der Fee“ auch akustisch auf die nachfolgenden Darbietungen des Sopranisten ein.

Diese umfassten neben Händels Opern-Arie „Lascia ch’io pianga“ und dem polnischen Choral „Jezus Malusienki“ insbesondere traditionelle Weihnachtslieder mit mehrsprachig in englisch, schwedisch, französisch, italienisch und polnisch interpretierten Strophen.

Ebenso emotional dargeboten, fügten sich sorgsam ausgewählte Musical-Sequenzen und Pop-Balladen nahtlos in die feierliche Stimmung ein.

Den besonderen Beifall der Gäste erhielten an diesem Nachmittag jedoch vor allem die zauberhaften Film- und Märchentitel, so etwa die Lieder rund um das Leben der russischen Zarentochter „Anastasia“.

Zum absoluten Publikumsliebling schließlich wurde Oswald Musielskis hinreißend gesungene Version der ursprünglich instrumentalen Titelmusik des deutsch-tschechischen Märchenfilms „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ aus dem Jahr 1973, der seither alljährlich zur Weihnachtszeit die Menschen in vielen Ländern begeistert.

Über die brillant dargebotenen musikalischen Genres hinaus bestach Oswald Musielski zudem mit einer erfrischend spontanen Moderation voller nachdenkenswerter Momente: Gedanken zu Winter und Weihnachten, zu Kindheitserinnerungen und familiärer Geborgenheit gehörten ebenso dazu wie Überlegungen zur Unendlichkeit der Zeit, die ausschließlich „menschengemacht“ in ein enges Raster gezwängt wird – und nicht zu vergessen die kluge Lebensansicht, nicht das Leben der Anderen, sondern das eigene Leben zu leben.

© 2019 Oswald Musielski